Geistliches Wort

Dr. Ulf Beiderbeck
Bei Ihrem Online-Besuch unserer Gemeinde finden Sie nun Gedanken zu einem biblischen Satz. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und entdecken Sie, tatsächlich einen passenden Ort in „Himmel und Erde“ zu finden!
Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird. (1. Timotheus 4, 4, Monatsspruch im Mai)
„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.“ So lautet der erste Artikel des apostolischen Glaubensbekenntnisses und im Bekenntnis von Nizäa-Konstantinopel wird formuliert: „Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt.“
Das sind alte Formeln. Für manche Menschen sind sie dergestalt in der Tradition erstarrt, dass sie leer geworden sind und an Kraft verloren haben. Überhaupt scheinen andere Einsichten in unserer Gesellschaft relevanter zu sein als solche, die sich in den Jahrhunderten christlicher Kultur ausgeprägt haben. Wir nennen das „Säkularisation“: Kirche und Religion verlieren an Bedeutung, anderes tritt in den Vordergrund: Vielleicht Sport und Musik … Kunst und Bildung … Naturwissenschaft und Technik … Politik und Ökonomie.
Unter der Hand zerfällt dabei der Zusammenhang der Welt. Die vielen Aspekte und Bedeutungen unterschiedlicher Gesichtspunkte und Interessen sind unüberschaubar geworden. Einigermaßen verlässliche Werte oder auch nur ein Konzept, dass uns durch die Wirren von Eurokrise, Erderwärmung, Terrorismusgefahr und HIV-AIDS (besonders im südlichen Afrika) führt, scheint trotz des Versuchs ein „Weltethos“ zu finden und zu verbreiten, nicht wirklich greifbar.
Wo kann ich mich in den Weiten des immer besser erforschten Universums (das uns durch unser vermehrtes Wissen immer weiter und unergründlicher scheint) verorten? Was ist gut und nützlich? Was kann ich dankbar annehmen und genießen?
Da bekennen Christen über gut 1½ Jahrtausende und mittlerweile rund um den Globus die Allmacht und Schöpferkraft ihres Gottes … und gewinnen damit Boden unter den Füßen. Alles kommt woher und das Woher ist benennbar: Gott ist der allmächtige Schöpfer. Ja noch mehr: Er ist unser Gott und steht hinter allem, selbst hinter dem Unsichtbaren.
„Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut“ lesen wir im ersten Timotheusbrief. Und weiter: „Nichts ist verwerflich (also alles annehmbar), was mit Danksagung empfangen wird.“ Der Danksagung kommt dabei eine ganz wichtige Funktion zu: Kann ich Gott für das, was mir begegnet, danken, ist es nicht nur irgendetwas „Schönes“ oder „Gefährliches“, denn ich erkenne dahinter den Schöpfer … meinen Gott.
Die Psychologen würden das Urvertrauen nennen – die Wahrheit, die dahinter steht, ist aber älter als die Psychologie. Sie kommt aus der Kraft, die alles schuf.
Ihr zu begegnen und aus ihr zu leben, wünsche ich von Herzen.
Ulf Beiderbeck